Freitag 28. Oktober 2016

Jürgen-Wehland-Preis 2016 für Luciana Berod

Für ihre Forschung zur Immunmodulation erhielt Dr. Luciana Berod, Leiterin der Arbeitsgruppe Wirt-Pathogen-Interaktionen & Immunmetabolismus am Institut für Infektionsimmunologie den sechsten "Jürgen-Wehland-Preis 2016" des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig. Das HZI verlieh den mit 5.000 Euro dotierten Preis während des „North Regio Day on Infection“ am 27. Oktober 2016.

Luciana Berod hat sich mit ihrer Forschung darauf spezialisiert, grundlegende Mechanismen des Immunsystems zu untersuchen. Dabei hat die Biochemikerin das Potential unterschiedlicher Immunantworten für die Behandlung und Prävention chronischer Infektionen und immunvermittelter Erkrankungen im Fokus. „Neben Regulatorischen T-Zellen, interessiere ich mich besonders für Dendritische Zellen, die Haupt-Orchestratoren des Immunsystems“, sagt Luciana Berod.
Ein Paradebeispiel für ihren Forschungsansatz lieferte ihre im Jahr 2014 mit Partnern veröffentlichte Nature medicine -Publikation „De novo fatty acid synthesis controls the fate between regulatory T and T helper 17 cells“. Sie konnte damit zeigen, welche Rolle der Fettstoffwechsel bei der Differenzierung von T-Helfer Zellen spielt und lieferte damit den ersten systematischen  Ansatz, um die Differenzierung von T-Zellen über einen neuen Stoffwechselweg zu beeinflussen. Dieser Weg das Immunsystem zu modellieren, ist der erste Schritt zu möglichen neuen Behandlungsmethoden, die auf einer Veränderung des Gleichgewichts zwischen den Immunzellen basieren. „Natürlich konnte ich diese Ergebnisse nicht allein erzielen“, betont die Biochemikerin aus Argentinien. „Wir arbeiten in interdisziplinären Teams aus Kollegen des HZI, der MHH und des TWINCORE und ohne diese Kooperationen, wäre es nicht möglich gewesen unsere Grundlagenforschung an Immunzellen zu translationaler Infektionsforschung weiter zu entwickeln. Ich habe den Preis für das gesamte Team entgegen genommen!“
Mit ihren Ergebnissen hat Luciana Berod systematisch ein neues Forschungsfeld für sich erschlossen: Immunmetabolismus. Derzeit erforscht sie beispielsweise die Zusammenhänge zwischen dem Fettmetabolismus und der Persistenzentwicklung von M. tuberculosis – einer der weltweit bedeutendsten Infektionskrankheiten. „Ich möchte verstehen, wie Immunzellen Veränderungen in ihrer Umgebung und im Stoffwechsel wahrnehmen und wie sie darauf reagieren. Lässt sich das Infektionsverhalten etwa durch spezielle Diäten beeinflussen ?“