Arbeitsgruppe Mukosale Infektionsimmunologie

Arbeitsgruppe Mukosale Infektionsimmunologie

Infektionen mukosaler Organe wie Lunge und Darm stellen auch heute noch ein weltweites Gesundheitsproblem dar. Die Errungenschaften der modernen Medizin, vor allem im Bereich der Transplantations- und Intensivmedizin, haben zwar die Lebenserwartung in den westlichen Ländern erheblich erhöht. Allerdings sehen wir dadurch auch ein verstärktes Auftreten bestimmter opportunistischer Infektionen, die eine erhebliche Belastung für unser Gesundheitssystem darstellen. In der Arbeitsgruppe „Mukosale Infektionsimmunologie“  beschäftigen wir uns unter der Leitung von Dr. Matthias Lochner mit einer Reihe aktueller Infektionsimmunologischer Fragestellungen. Dabei geht es uns vor allem um ein besseres Verständnis von Erreger-Wirt Interaktionen sowie den Mechanismen, die der Entstehung und Regulation der infektions-assoziierten Immunantwort im Darm und der Lunge zugrunde liegen. In diesem Zusammenhang werden am Institut z.B. die Rolle von (epi)genetischen Modifikation oder der Einfluss molekularer und metabolischer Prozesse in spezifischen Immunzellen für die Bekämpfung dieser Infektionen untersucht. Ein wichtiger Fokus dabei ist, durch die Erforschung grundlegender Zusammenhänge neue Möglichkeiten für die Modulation der Immunantwort zu identifizieren und die gewonnenen Erkenntnisse in klinische Anwendungen zu überführen.

Ein Schwerpunkt unserer Forschung liegt auf der Untersuchung der Immunantwort bei Infektionen mit gastrointestinalen Erregern wie Clostridium difficile, einem der Hauptverursacher von Krankenhaus-assoziierten Darminfektionen. In den letzten Jahrzehnten konnte weltweit ein stetiger Anstieg der Infektionen mit C. difficile beobachtet werden. Gleichzeitig sinkt die Wirksamkeit der konventionellen Antibiotikatherapie in Folge der verstärkten Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen und des Auftretens von hypervirulenten C. difficile Stämmen. Um den Herausforderungen dieser klinisch relevanten gastrointestinalen Infektion besser begegnen zu können, ist ein tieferes Verständnis für die Wirts- und Umweltfaktoren, welche die Anfälligkeit für wiederkehrende Infektionen und die damit verbundenen schweren Krankheitsverläufe begünstigen, dringend notwendig. Die Forschung unseres Labors konzentriert sich auf grundlegende Mechanismen des mukosalen Immunsystems, die entscheidend für die Abwehr der Erreger sind, aber auch maßgeblich zu Infektions-assoziierten Entzündungsreaktionen im Darm beitragen können. Die Prinzipien der intestinalen Immunregulation zu verstehen ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung neuer, immunmodulatorischer Behandlungsansätze bei mukosalen Infektionen und Entzündungen.

Die Arbeitsgruppe “Mukosale Infektionsimmunologie” von PD Dr. Matthias Locher untersucht den Einfluss des Immunsystems auf Entzündungsprozesse bei mukosalen Infektionen. Im Fokus der Arbeitsgruppe stehen dabei spezielle Immunzellen und deren Rolle bei der Induktion und Regulation der Immunantwort gegen spezifische Pathogene der Lunge und des Darms. Wir versuchen insbesondere die Mechanismen zu verstehen, mit denen Keime wie Citrobacter rodentium oder der weit verbreitete Krankenhauskeim Clostridium difficile gastrointestinale Infektionen und Entzündungsreaktionen im Darm auslösen. Im Zentrum der Forschung stehen Zellen des angeborenen Immunsystems und ihre Interaktionen mit dem Darmepithel oder T-Zell Typen wie Th17 und regulatorische T Zellen. Um neue translationale Ansätze für die Modulation der Immunantwort im Darm zu entwickeln, untersuchen wir den Einfluss des zellulären Metabolismus auf die Entwicklung und Funktion von Immun- und Epithelzellen bei intestinalen Infektionen und Entzündungen. 

Mitteilungen

17. Mai 2017

Dendritische Zellen und Epithelzellen sind die Hauptakteure bei der Bakterienabwehr im Darm

Der Darm gilt als Wiege unseres Immunsystems: Knapp ein Drittel unserer antikörperproduzierenden Zellen befinden sich in der Darmschleimhaut – sie setzen sich mit den unzähligen Mikroorganismen und Fremdstoffen auseinander, die...


24. November 2016

DFG Förderung für Forschung an Angeborenen Lymphoiden Zellen

Angeborene Lymphoide Zellen sind eine relativ neu entdeckte Zellgruppe, die an der ersten Abwehr von Erregern beteiligt ist. Diese Zellen sitzen in Darm, Haut und Lunge – genaugenommen in allen Geweben, die unseren Körper von der...


26. Mai 2016

DFG Grant für Matthias Lochner

Ab August 2016 wird Matthias Lochner von der DFG für drei Jahre mit 352.000 Euro projektgebunden gefördert. Matthias Lochner ist Leiter der Arbeitsgruppe Mukosale Infektionsimmunologie am Institut für Infektionsimmunologie. Sein...


21. März 2014

21.03.2014 Eine neue Rolle für Regulatorische T-Zellen bei Darminfektionen

Vor den größten Herausforderungen steht unser Immunsystem im Darm. Er ist von Milliarden Mikroorganismen besiedelt, die uns bei der Verdauung der Nahrung helfen. Gleichzeitig steckt in vielen dieser Mitbewohner das Potenzial zu...