Fallbeispiel: Forschung zur angewandten Krankenhaushygiene: Vermeidung und Bekämpfung von Hepatitis C-Virus Infektionen

Die Hepatitis C-Virus (HCV) Infektion ist mit weltweit etwa 71 Millionen Virusträgern eine der meist verbreiteten Infektionskrankheiten. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes leben in Deutschland etwa eine halbe Million Virusträger. In den USA und Europa sind schätzungsweise eineinhalb Prozent der Bevölkerung infiziert, in Ägypten und Zentralafrika ist die Rate mit bis zu 20 Prozent deutlich höher. Ein wichtiger Aspekt im Spannungsfeld HCV ist die Prävention, denn der Übertragungsweg von Blut zu Blut sollte mit geeigneten Hygienemaßnahmen beherrschbar sein.

Bisherige Untersuchungen und Erfahrungen beruhten aufgrund fehlender HCV in vitro Modelle fast ausschließlich auf Studien mit dem bovinen Diarrhö Virus (BVDV), das  ein Verwandter des HCV ist und bereits seit geraumer Zeit kultiviert werden kann. Allerdings erlauben diese Studien mit dem Surrogatvirus für HCV nur bedingt zuverlässige Einschätzung über die Infektiosität des HCV. Wir konnten in unseren Studien in den letzten Jahren aufzeigen, dass HCV über mehrere Wochen auf Oberflächen infektiös ist und haben zum ersten Mal die Wirkung von Desinfektionsmitteln gegen das Virus untersucht. Weiterhin haben wir Methoden etabliert, HCV auf unbelebten Flächen anzutrocknen und die Stabilität sowie Hygienemaßnahmen zu testen. Mit unseren Untersuchungen zur Stabilität dieser Viren gegenüber Desinfektionsmitteln inklusive unterschiedlichen umwelt-einflüssen (Medikamente, Muttermilch, Drogenbesteck etc.) haben wir einen wesentlichen Beitrag geleistet, Übertragungsrisiken von Virusinfektionen einzuschätzen sowie verlässliche Präventionsmaßnahmen zu definieren.

In einem weiteren Projekt haben wir uns mit zwei Alkohol-basierten Desinfektionsmitteln beschäftigt, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit vielen Jahren zur Verfügung stellt und die direkt in Krisengebieten angemischt werden können. In mehreren Arbeiten haben wir diese Formulierungen gegenüber verschiedenen Viren getestet und kürzlich auch gegenüber „emerging viruses“ wie Zikavirus, Ebolavirus, SARS und MERS evaluiert. Aktuell werden die von uns entwickelten Methoden auch auf andere „blood-borne viruses“ wie zum Bespiel das Hepatitis B Virus (HBV) angewandt und zukünftige Studien sollen sich mit der Etablierung praxisnaher Testsysteme beschäftigen, um den Einsatz von Desinfektionsmitteltüchern zu untersuchen.

13. Februar 2017

Händedesinfektionsmittel-Rezepturen der WHO wirken gegen „Emerging Viruses“

In den letzten Jahren machten regelmäßig bislang unbekannte oder verdrängt geglaubte Viren von sich Reden: Letztes Jahr hat die Weltgesundheitsorganisation WHO im Zusammenhang mit dem Zika-Virus eine „gesundheitliche Notlage von...


29. November 2016

Hepatitis C- und HIV-Prophylaxe aus der Mikrowelle – Küchengerät schützt vor Virusübertragung im Drogenmilieu

Die Übertragung von Hepatits C- und HI-Viren zwischen Drogenabhängigen, die sich Heroin injizieren, ist ein globales Gesundheitsproblem. Beispielsweise infizieren sich inzwischen über 80 Prozent der neuen Hepatitis C-Patienten...


28. Oktober 2013

28.10.2013 So stark wie ein Desinfektionsmittel: Muttermilch inaktiviert Hepatitis-C Viren

Darüber, dass Muttermilch in den ersten Lebensmonaten die beste Nahrung für Säuglinge ist, sind sich die Experten einig. Was jedoch tun, wenn die Mutter an einer Hepatitis-C Virusinfektion leidet? Ist "Breast" dann...