Internationale Stipendien

Internationale Stipendien

FAPESP - The São Paulo Research Foundation

FAPESP eine öffentliche Stiftung, finanziert über die Steuereinnahmen des Staates Sao Paulo. Die Mission der Stiftung ist, Forschungsprojekte und -einrichtungen auf allen Wissensgebieten zu fördern. Die Stiftung arbeitet eng mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft zusammen: alle Anträge unterlegen einem Peer review Verfahren. Neben der allgemeinen Wissenschaftsförderung unterstützt FAPESP große Forschungsprogramme auf den Gebieten Biodiversität, Bioenergie, globaler Klimawandel und Neurowissenschaften. Die Stiftungsausgaben lagen im Jahr 2013 bei etwa 500 Millionen US Dollar. 37 Prozent der Ausgaben unterstützen Grundlagenforschung; 10 Prozent wurden für Forschungsinfrastruktur ausgegeben und mit 53 Prozent der Stiftungsgelder wurde angewandte Forschung unterstützt.

Vânia Luiza Deperon Bonato, Professorin

“Es ist ungewohnt wieder im Labor zu arbeiten und ganz am Anfang eines Projektes zu stehen“, lächelt Prof. Vania Bonato. Zu Hause, im brasilianischen Riberao Preto leitet Prof.  Bonato eine Arbeitsgruppe im Department Biochemie und Immunologie der Medizinischen Hochschule Riberao Preto. Der Staat Sao Paulo fördert ihren Forschungsaufenthalt am Institut für Infektionsimmunologie für ein Jahr. „Für uns ist dieser Forschungsaufenthalt von Professor Bonato ein idealer Auftakt für eine noch intensivere  Zusammenarbeit mit der Universität Riberao Preto“, sagt Prof. Tim Sparwasser, Direktor des Instituts für Infektionsimmunologie am TWINCORE.
Vania Bonato ist einerseits hier, um neue Methoden in der Immunologie kennen zu lernen – andererseits, um nach dem Jahr ein Stück europäische Forschungskultur mit zurück nach Brasilien zu nehmen. In Brasilien ist sie Spezialistin für die Immunregulation bei Tuberkulose und Allergien, insbesondere für die Rolle Dendritischer Zellen in Infektionen. „Da dies auch einen Forschungsschwerpunkt an meinem Institut darstellt, ist Vania Bonatos Forschungsaufenthalt in Deutschland ein guter Start, um gemeinsame Projekte – beispielsweise - zum Thema Tuberkulose zu entwickeln“, sagt Prof. Sparwasser. Der Austausch von Studenten und Doktoranden in verschiedenen Kooperationen mit der brasilianischen Partneruniversität findet bereits intensiv statt. „Die brasilianischen Kollegen forschen sehr translational und haben Zugang zu großen Sammlungen von Patientenproben. Das ist ein guter Anknüpfungspunkt für unseren Forschungsansatz.“ Hier in Hannover wird sich Vania Bonato zunächst mit Grundlagenforschung beschäftigen: mit den Wechselwirkungen zwischen Asthma und bakteriellen Infektionen der Lunge.
 

EMBO Stipendien

Die European Molecular Biology Organization (EMBO) ist eine europäische Wissenschaftsorganisation auf dem Gebiet der Molekularbiologie und vergibt verschiedene Stipendien für Nachwuchsforscher, die entweder aus einem EMBC Mitgliedsstaat stammen oder dort forschen möchten. Auf jeden Fall muss der Stipendiat in einem anderen als seinem Studien-Land forschen.

Carlos Bueno, Postdoc

"Ich komme von der Universität Buenos Aires, Argentinien, und forsche dort als Postdoc. EMBO unterstützt meinen Forschungsaufenthalt am Institut für Infektionsimmunologie mit einem dreimonatigen Stipendium. Ich bin von Februar bis April 2016 am TWINCORE zu Gast.
Ich habe mich für dieses Stipendium entschieden, da EMBO eine bekannte und renommierte Organisation ist, die Forschungsaufenthalte in Europa fördert. Deutschland, insbesondere TWINCORE, habe ich gewählt, weil mir das Institut für Infektionsimmunologie aus einer Kooperation mit dem Labor von Prof. Marcela Manghi an der Universität Buenos Aires bekannt war. Ziel meines Projektes ist, die epigenetische Regulation costimmulatorischer Moleküle und der MHC Expression in Dendritischen Zellen während Cytomegaloviren- Infektionen in der Maus zu untersuchen. Ein tieferes Verständnis dieser epigenetischen Mechanismen wird uns helfen, neue Strategien für die Stärkung der Immunantwort gegen CMV Infektionen zu entwickeln und neue antivirale Angriffspunkte zu identifizieren."

DAAD Stipendien

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist die Organisation der deutschen Hochschulen und ihrer Studierenden für die Internationalisierung des Wissenschaftssystems. Er vergibt Stipendien und fördert transnationale Kooperationen und Partnerschaften zwischen Hochschulen. Der DAAD verfolgs damit Ziele der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, der Wissenschaftspolitik und der Entwicklungspolitik.

Paulo Henrique de Melo, Doktorand

"Ich komme aus Ribeirão Preto, einer Stadt im brasilianischen Staat São Paulo und führe dort meine PhD Arbeiten im Rahmen des "applied Immunology program" an der Ribeirão Preto Medical School (University of São Paulo) durch. Mit einem DAAD Stipendium über sechs Monate habe ich die Möglichkeit erhalten von Februar bis Juli in Hannover zu forschen. In Brasilien habe ich untersucht, wie Stoffwechselwege die T-Zell Differenzierung beeinflussen. Hier, am Institut für Infektionsimmunologie stehen die exakten molekularen Mechanismen dieser Stoffwechselwege in Fokus - mit Methoden, die mir in Brasilien nicht zur Verfügung stehen. Die Forschung in Deutschland am TWINCORE-Institut für Infektionsimmunologie ist eine große Chance, um meine Forschung weiter zu entwickeln."

Laís Sacramento, Doktorandin

"Ich komme von der Ribeirão Preto Medical School der Universität São Paulo in Brasilien und arbeite dort an meinem PhD im 'Basic and Applied Immunology post graduation program'. Mit meinem DAAD Stipendium kann ich nun vier Monate, von Februar bis Juni, am TWINCORE forschen. In meinem Projekt untersuche ich Toll-Like Rezeptoren (TLRs), die für die Pathogenerkennung wichtig sind und deren Rolle bei der Verbesserung der Immunantwort während Infektionen intensiv untersucht wird. Unser Ziel ist, diese Mechanismen durch den Einsatz transgener Mäuse besser zu verstehen. Für die Weiterentwicklung dieser Studien ist die Zusammenarbeit mit dem Institut für Infektionsimmunologie sehr wichtig, da die Kollegen hier besondere Erfahrung mit transgenen Mäusen haben."

Boehringer Ingelheim Fonds

Der Boehringer Ingelheim Fonds ist eine gemeinnützige Stiftung, eine eigenständige Non-Profit-Organisation für die Förderung biomedizinischer Grundlagenforschung. Sie vergibt Stipendien für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, deren Forschungsprojekte – in aller Regel Dissertationen - den biologischen Grundlagen menschlichen Lebens experimentell nachgehen. Insgesamt 120 Stipendiaten aus aller Welt werden fortlaufend in diesem Programm gefördert.

Lucia Minarietta, Doktorandin

"Ich habe Biochemie an der School of Sciences der Universität der Republik Uruguay studiert. 2009 wurde mir während des Studiums ein Forschungsstipendium verliehen für meine Arbeit an elektrophilen Lipidmediatoren, sogenannten nitrierten Fettsäuren, zur Entwicklung einer alternativen Aktivierung von Makrophagen am Institut für Immunologie. Nach Abschluss des Projektes begann ich 2012 mein Masterstudium, das durch die ANII (National Agency of Research und Innovation, Uruguay) gefördert wurde. Seit Absolvierung meines Masterstudiums im August  2014, bin ich PhD Studentin am Institut von Prof. Dr. Sparwasser, betreut von Dr. Luciana Berod. Mein Forschungsschwerpunkt konzentriert sich auf die Fragestellung, wie Mykobakterien den Metabolismus von dendritischen Zellen und Makrophagen beeinflussen."

Fundação para a Ciência e Tecnologia

Fundação para a Ciência e Tecnologia (FCT) ist eine portugiesische Organisation, die Forschung in Wissenschaft, Technologie und Innovation auf diversen Gebieten fördert. Sie vergibt jedes Jahr Stipendien und Arbeitsverträge an verschiedene Wissenschaftler und unterstützt Forschungszentren. Die Stipendien können in Portugal, im Ausland oder auch kombiniert verwendet werden.

Vânia Passos, Doktorandin

"Ich komme aus Porto, einer wunderschönen Stadt aus dem Norden Portugals. Ich schloss mein Studium der Angewandten Biologie 2013 mit dem Bachelor an der University of Minho, Braga, Portugal ab. Dann folgte der Masterabschluss in Molekularbiologie und Genetik an der University of Lisbon, Portugal im Oktober 2015. Während meiner Masterarbeit habe ich die Expression und Regulation humaner endogener Retroviren in T-Zellen untersucht. Anfang des Jahres 2016 habe ich mein PhD-Studium in Angewandter Biologie im GABBA PhD Programm aufgenommen und ein vierjähriges Stipendium der FCT erhalten, das mir Auslandsaufendhalte ermöglicht. Die Teilnahme an LISA im Jahr 2015 öffnete mir die Türen zu Tim Sparwassers Forschungsgruppe. Ab August 2016 werde ich am Institut für Infektionsimmunologie forschen. Mein Fokus wird auf der Identifizierung neuer Naturstoffe liegen, die die Aktivierung Dendritischer Zellen modulieren."

Fulbright-Programm

Das Deutsch-Amerikanische Fulbright-Programm hat die Aufgabe, das gegenseitige Verständnis zwischen den USA und Deutschland durch akademischen und kulturellen Austausch zu fördern. Es ermöglicht den Austausch zwischen den Vereinigten Staaten und mehr als 155 Ländern weltweit. Jedes Jahr nehmen ca. 8.000 Amerikaner und andere Nationalitäten am Fulbright-Austausch teil. Als größtes und vielfältigstes Fulbright-Programm weltweit hat das Deutsch-Amerikanische Fulbright-Programm seit seiner Entstehung im Jahr 1952 mehr als 45.000 Amerikaner und Deutsche gefördert.
Das besondere Merkmal des Deutsch-Amerikanischen Fulbright-Programms ist der Studentenaustausch. Dieses Kernprogramm wird ergänzt durch Stipendienprogramme für promovierte Wissenschaftler, Doktoranden und Fremdsprachenassistenten sowie durch Fortbildungsseminare für Hochschuladministratoren und Landeskundler.

Aline Sandouk, Doktorandin

"Im September 2012 nahm ich am LISA Programm teil, das meine erste Erfahrung mit Wissenschaft in Deutschland war. Es hat mein Leben verändert und mein Interesse an Immunologie wieder entfacht. Also habe ich entschieden eine Wiederholung dieser Erfahrung in Angriff zu nehmen: mit einem Fulbright Stipendium. Die Auseinandersetzung mit der deutschen Wissenschaft, Kultur und Sprache hat mir neue Horizonte eröffnet und ein besseres Verständnis meines eigenen Landes und meiner eigenen kulturellen Identität ermöglicht. Ich habe am TWINCORE von September 2013 bis Mai 2014 bei Tim Sparwasser und Matthias Lochner gearbeitet. Danach bin ich in die USA zurückgekehrt - ich hatte mich vor meinem Start am TWINCORE bereits für das Doctor of Medicine (MD) program an der University of Iowa Carver College of Medicine und das Master of Public Health (MPH) program an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health angemeldet."

Stipendium der Universität Granada

Die Universität Granada - Campus of International Excellence Biotic, vergibt Stipendien zur Förderung der Internationalisierung von Promotionsstudenten.

Reyes Gámez Belmonte, Doktorandin

"Ich komme von der Pharmazeutischen Fakultät der Universität Granada in Spanien. Im Jahr 2013 habe ich mein Studium abgeschlossen und promoviere seit 2014 mit dem Fokus auf der Rolle von Alkalin-Phosphatase bei Entzündungsprozessen im Darm. Mit dem 'international mobility fellowship" der Universität habe ich die Möglichkeit für drei Monate, von April bis Juni, am TWINCORE zu arbeiten. Dieser Aufenthalt wird mir helfen, Techniken zu erlernen und Wissen zu erlangen, das mir bei meiner weiteren Forschung helfen wird."