Beobachtungsstudie zur Hepatitis B Impfung

Die Impfung gegen das Hepatitis B Virus ist an der MHH selbstverständlich, denn für alle, die im Gesundheitswesen mit Patienten arbeiten besteht die Gefahr, sich über Patientenblut mit dem Virus zu infizieren. Der Impfstoff gilt als sicher und er schützt in der Regel. Menschen, die durch die Impfung einen Immunschutz entwickeln, nennen wir Responder, angelehnt an das englische to respond - antworten. Allerdings wirkt der Impfstoff bei etwa fünf Prozent der Bevölkerung nicht und damit auch bei fünf Prozent der MHH Mitarbeiter. Die Non-Responder Kollegen haben trotz Impfung keinen Schutz vor einer Infektion mit dem Hepatitis B Virus.

Helfen Sie ungeschützten Kollegen - nehmen Sie an unserer Studie teil!

Wir führen eine Beobachtungsstudie in Zusammenarbeit mit dem Betriebsärztlichen Dienst durch, um neue, bessere Impfstrategien für Hepatitis B zu entwickeln, die auch Non-Responder effektiv schützen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir die Antwort des Immunsystems auf die Hepatitis B Impfung besser verstehen. Wie unterscheidet sich die Impfantwort von Respondern und Non-Respondern? Welche genetischen Faktoren beeinflussen die Impfantwort?

Wie können Sie beitragen?

Sie benötigen eine HBV Impfung? Entweder weil Sie neu im Gesundheitswesen arbeiten oder weil eine Auffrischungsimpfung nötig ist - in beiden Fällen können Sie unsere Untersuchung und damit Ihre Kollegen unterstützen. Unsere Bitte: Wir möchten Ihre Impfung mit fünf Blutabnahmen begleiten. Am Tag der Impfung, einen oder drei Tage nach der Impfung sowie nach einer, zwei und drei Wochen. Diese fünf Blutabnahmen in diesen Zeiträumen sind notwendig, da wir nur über den Verlauf der immunologischen Vorgänge über einen längeren Zeitraum Unterschiede zwischen Respondern und Non-Respondern herausarbeiten können.

Sie gehören zu den Non-Respondern?

Dann würden wir Sie gerne erneut impfen und Sie ebenfalls um Blutproben bitten. So können wir ihre Impfantwort mit denen der Responder vergleichen.

Was geschieht mit meinem Blut?

Wir möchten die Verteilung und Aktivierung von Immunzellen und Signalmolekülen im Blut untersuchen und damit die Reaktionen des Immunsystems auf die Impfung verfolgen. Zudem möchten wir Ihr Genom sequenzieren und die Sequenz nach Gemeinsamkeiten mit anderen Respondern beziehungsweise Non-Respondern - je nachdem zu welcher Gruppe Sie gehören - absuchen. Auf diese Weise wollen wir herausfinden, ob sich bereits im Genom Hinweise darauf finden lassen, ob jemand auf die HBV Impfung ansprechen wird oder nicht. Dabei untersuchen wir ausdrücklich keine anderen Marker, die z.B. bei der  Entstehung von Krebs oder anderen Erkrankungen eine Rolle spielen! Auch können wir solche Untersuchen leider nicht anbieten. Hier geht es nur um die Impfantworten bei der HBV Impfung!

Wo wird die Studie durchgeführt?

Die Impfung und auch die Blutabnahmen finden wie gewohnt beim Betriebsärztlichen Dienst der MHH statt.

Wo kann ich mich bei Interesse melden?

Wenn Sie gerne an unserer Untersuchung teilnehmen möchten oder weitere Fragen haben, können Sie sich an Dr. Annett Ziegler wenden. Frau Dr. Ziegler koordiniert die Studie und wird mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen.

Molekulare Mechanismen bei HBV Impf-Nonrespondern

Seit 1986 sind BHV Impfstoffe der zweiten Generation auf dem Markt, die aus dem rekombinant hergestellten Oberflächenprotein (HBsAg) des Hepatitis B Virus bestehen. Die rekombinanten Proteine werden in Hefezellen hergestellt und mit Alum als Adjuvans formuliert. Der HBV Impfstoff gilt als der erste Impfstoff, der die Entstehung von Krebs verhindert. Obwohl diese Impfung als sehr sicher und effektiv gilt, bauen doch etwa 5 % der geimpften Personen keinen Immunschutz auf. Unser Ziel ist es, die immunologischen und genetischen Ursachen für das Impfversagen einiger Personen zu entschlüsseln. Basierend auf unseren Ergebnissen hoffen wir Strategien entwickeln zu können, um das Phänomen des Impfversagens überwinden zu können. Das Projekt wird von einem interdisziplinären Team aus Medizinern und Immunologen von verschiedenen Einrichtungen durchgeführt. Dies beinhaltet das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das Helmholtz Zentrum in München, das Helmholtz Institute für Infektionsforschung (HZI), der Technischen Universität München (TUM) sowie Mediziner der MHH.